Home Aktuelles Themen Information Kommentar

Wiedereröffnung der Autobahn-Anschlussstelle Bonames vor dem Aus?

Nachdem das Bundesverkehrsministerium ein direktes Gespräch auf Staatssekretärsebene abgelehnt hat, bestehen vorerst keine Aussichten mehr, eine Wiedereröffnung der Anschlußstelle zur B661 zu erreichen.

Erst im Sommer ist bekannt geworden, dass die Daten der Verkehrszählungen und Machbarkeitsstudien, die das Land Hessen von der Stadt Frankfurt verlangt und auch erhalten hat, in der Verwaltung zurückgehalten und nicht ans Bundesverkehrsministerium in Berlin weitergegeben wurden.

Mit Unterstützung von Hessens Minister für Verkehr, Alois Rhiel, und dem Frankfurter Verkehrsdezernent Lutz Sikorski sollte der hessische Staatssekretär und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium in direktem Gespräch versuchen, den ins Stocken geratenen Prozess wieder in Bewegung zu bringen. Eigentlich war schon alles in den Startlöchern, als der Staatssekretär in Berlin mitteilte, er sähe keinen Besprechungsbedarf und die Angelegenheit sollte auf der Fachebene der Verwaltung geklärt werden - also gerade da, wo mindestens auf hessischer Seite Sand im Getriebe ist. Da nun mittlerweile der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium wegen einer anderen Angelegenheit seinen Hut nehmen musste, besteht kaum mehr Hoffnung, dass über die Wiedereröffnung überhaupt jemand entscheidet. 

 

Autobahn-Anschlussstelle Bonames: Neuer Anlauf zur Wiedereröffnung

Einen erneuten Anlauf zur Wiedereröffnung des Autobahnanschlusses unternehmen die GRÜNEN im Ortsbeirat 14. Für die kommende Sitzung wird beantragt, die AB-Abfahrt als Bedarfsausfahrt provisorisch bis zum Bau der Ortsrandstraße Bonames-Ost wieder zu eröffnen

Die Grünen verweisen dabei auf das Verkehrskonzept für den Frankfurter Norden, das zwar die Schließung der Autobahnabfahrt vorgesehen hatte, jedoch gleichfalls die Ortsrandstraße Bonames Ost die den Verkehr von/nach Harheim über die Berner Straße direkt zum neuen Autobahnanschluß “Nieder-Eschbach” führt.

Weder Demonstrationen noch Argumente haben geholfen: Autobahnabfahrt Bonames ist geschlossen.

Die Bemühungen von Ortsbeiräten, Stadtverordneten und Magistrat bis zur letzen Sekunde waren genauso wenig erfolgreich wie die Demonstrationen: Gegen den Widerstand vieler Bürger wurde die Autobahnabfahrt Bonames geschlossen. Die Begründungen für die Schliessung wurden derweil erneut wiederholt. Erstens seien die Abfahrten Nieder-Eschbach, Bonames und Riedberg in zu kurzem Abstand zueinander und stellen ein Sicherheitsrisiko dar, darüber hinaus erfordere die Verkehrsberuhigung von Bonames die Schliessung.

Übersehen wurde bei der Argumentation jedoch leicht, dass sich die neue Abfahrt Nieder-Eschbach nur wenige hundert Meter hinter dem Autobahnkreuz Bad Homburg befindet und dort das Sicherheitsargument aus unklaren Gründen anscheinend keine Geltung hat.

Und die Verkehrsberuhigung in Bonames? Hier reiben sich Bürger die Augen und fragen neugierig, woher die denn kommen soll. Kalbacher und Nieder-Eschbacher sind schon vor der Schliessung der Autobahnabfahrt nicht durch Bonames durchgefahren, sie werden es auch jetzt nicht machen. Die Bonameser und die Harheimer Bürger sind vorher bereits durch Bonames gefahren, und sie werden es auch weiterhin tun, da ihnen ja überhaupt keine alternative Route zur Verfügung steht. Allerdings sind diese Bürger mit einem über 3 km längeren Weg belastet. 3 km längerer Weg - das sind 3 km mehr Verbrauch, mehr Lärm, mehr CO2. So bleibt der Eindruck, die verantwortlichen Entscheider im Bundesverkehrsministerium, die sich auf die 15 Jahre alten Verkehrszählungsdaten berufen, waren nie vor Ort und haben sich auch nie von ihrem Sessel bewegt, um sich der Angelegenheit anzunehmen.

Diesen Eindruck kann man jedoch auch von einigen Journalisten bekommen. So wird in der FR geschrieben: ... die Harheimer sind nur mittelbar betroffen...”. Ein Blick auf die in der selben Ausgabe gedruckten Karte hätte dem Schreiber gezeigt, dass Harheimer eigentlich fast die einzigen sind, die von der Schliessung in erheblichem Maße Nachteile erleiden. Nur bei den Vorteilen sind wieder alle gleich: niemand hat welche......
 

Die Autobahn-Abfahrt Bonames wird am 16.7.2005 ab 6.00 Uhr geschlossen. Bemühungen von Ortsbeiräten und Stadtverordneten, die Anschlussstelle vorläufig offenzuhalten waren bisher nicht erfolgreich.

Tatsächlich ist die Schliessung dieser Abfahrt im “Verkehrskonzept Frankfurter Norden” von 1991 vorgesehen, da mit der neuen Anschlussstelle Am Martinszehnten und der neuen Abfahrt Heddernheim drei Abfahrten unzulässig dicht aufeinander folgen würden. In diesem Verkehrskonzept ist die Anbindung des Verkehrs über die Berner Strasse und die neue - noch nicht bestehende - Ortsrandstrasse Bonames Ost geplant.

Gerade dieser Teil des Konzeptes ist jedoch noch überhaupt nicht umgesetzt, so dass die in Bonames erhoffte Verkehrsberuhigung natürlich auch überhaupt nicht eintreten kann. Dagegen werden insbesondere Harheimer Bürger erheblich mehr belastet, ist doch der Weg über die Anschlussstelle Nieder-Eschbach und über Am Martinszehnten nicht nur 3 Kilometer länger, an der Kreuzung Am Martinszehnten / Kalbacher Hauptstrasse ist die Ampelschaltung der Kreuzung auf die neue Verkehrsführung noch überhaupt nicht vorbereitet.

In einer Presseerklärung haben sich Grüne, CDU und SPD im Harheimer Ortsbeirat gegen eine Schliessung zum jetzigen Zeitpunkt ausgesprochen.

Am Freitag, 15.7. ab 14.00 Uhr findet auf dem P+R-Parkplatz Bonames/Kalbach eine Demonstration gegen die Schliessung statt.


 

 

autobahn

Sollte diese Verbindung einmal bestehen, könnten nicht nur die Harheimer einfach zur Autobahn gelangen, überdies könnte der Verkehr in den Wohngebieten in Bonames deutlich reduziert werden.

Bis zur gesamten Umsetzung dieser Planung macht eine Schließung der AB-Abfahrt jedoch als Einzelmaßnahme keinen Sinn. Zur Verkehrsentspannung sollte sie daher bis zur Fertigstellung der Straße bei Bonames Ost offenbleiben. Die verfrühte Schließung war eine folgenschwere Fehlentscheidung.