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Näher an Bayern in Harheim: Edmund Stoiber beim Aschermittwoch
Der große Saal im Bürgerhaus besetzt bis auf den letzten Platz. Polizei vor der
Eingangstüre. Bayrische Blasmusik spielt Marsch. Jo mei, iss denn scho widda Oktoberfest?
Weit gefehlt: Politischer Aschermittwoch der Frankfurter CDU mit Stargast Edmund Stoiber. Bevor der Haupt-Act beginnt wird aber
Hering aufgetischt und der Fraktionsvorsitzende der Harheimer CDU, Bernd Kölling, begrüßt die Gäste mit einer interessanten Aufzählung der Harheimer Attribute und Errungenschaften. Ein Lob an die Harheimer Grünen kann er sich
nicht verkneifen: Vieles, was die CDU schon vor 30 oder 40 Jahren begonnen hat, zu einer Zeit also, als es die Grünen noch gar nicht gab, haben die Grünen in Harheim übernommen, weiterentwickelt und fortgeführt. Das
Naturschutzgebiet “Harheimer Ried” etwa, der Neubau der Kindertagesstätte im Neubaugebiet, oder auch die Sanierung und Neubau der KT96
Dann kommt der Höhepunkt des Abends: zu Messer- und Gabel-Geklapper
referiert der Ex-Ministerpräsident Bayerns, Stoiber, seine Sicht der Weltpolitik. Bevor er aber zu den interessanten Themen wie Libyen, Finanzkrise und Griechenland kommt, wird der Fall Guttenbergs aufgerollt, analysiert und
verglichen, und Stoiber bilanziert, dass es aktuell weitaus wichtigere Themen gäbe, als die Frage, inwieweit die Doktorarbeit eines Ministers ein Plagiat ist oder nicht. Und da hat Stoiber auch völlig Recht: Auch der ein
oder andere Zuhörer wundert sich plötzlich, weshalb Stoiber immer wieder auf Guttenberg kommt, fast so, als wäre dessen Demission und Verfehlung immer aufs Neue eine Möglichkeit, um die weit wichtigeren Fragen wie nach Super
E10, nach dem Gorch Fock Skandal, den geöffneten Briefen der Soldaten in Afghanistan oder der Endlagerung von Atommüll herumzusegeln. Und so weiss der aufmerksame Zuhörer am Ende zwar, dass Trittin, Gabriel und Gysi viel
schlimmere Gesetzesbrecher sind als Guttenberg (oder sie glauben es zu wissen), aber sie wissen immer noch nicht, ob sie bedenkenlos E10 tanken können, ob der Euro auch in 5 Jahren noch was Wert ist, oder auch nur, welche
konkreten Erfolge des Hauptredners Wirken im Europaparlament zeitigt. Vor ein paar Jahren hätte man hier noch schreiben können: Höhere Erkenntnisse waren im Dunst des Zigarettenrauchs nicht zu sehen. Nun gibt es keine
rauchgeschwängerten Veranstaltungsräume mehr, von höherer Erkenntnis aber immer noch keine Spur. Naja. nächstes Jahr vielleicht.
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