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7. September 2009:
Ist Harheim zur Spielwiese von Kleindealern und brutalen Schlägern geworden?

Entrüstung unter den Harheimer Bürgern in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats: Ein Vater berichtet, sein Sohn sei in Harheim von Drogendealern angegriffen und zusammengeschlagen worden, die Polizei habe 45 Minuten gebraucht, bis sie am Einsatzort erschienen sei und habe selbst dann nicht sofort eingegriffen. Er möchte gerne wissen, was der Ortsbeirat dagegen machen wird.

Die Ortsbeiräte und die anwesenden Stadtverordneten präsentieren aus dem Stand heraus mehrere Lösungsmöglichkeiten. Ein Präventionsrat solle gegründet werden, Stadtverordnete und Ortsvorsteher sollen Hausbesuche bei den Kriminellen machen und ihnen mitteilen, dass sie in Harheim nicht erwünscht seien. Die Polizei soll häufiger Streife fahren. Die Harheimer sollen Jugendliche auf solche Dinge ansprechen. Wobei bei dem Stichwort “Jugendliche” gleich mehrere Harheimer erstaundlich gut darüber informiert sind, an welchen Stellen in Harheim mit illegalen Substanzen gehandelt wird.

Was war nun wirklich passiert?

In der Nacht vom 12. auf den 13. August ging gegen 22:50 Uhr bei dem 15. Polizeirevier am Wickenweg eine Meldung ein, wonach sich in Harheim eine lautstarke und gewalttätige Auseinandersetzung ereignete. 12 Minuten später waren die Beamten nach dem Dienstbuch vor Ort. Eine Schlägerei unter Jugendlichen war bereits beendet, die Polizei stellte die Personalien der Beteiligten fest. Bei dieser Gelegenheit stellte sich heraus, dass einer der Beteiligten wegen anderer Delikte polizeilich gesucht war, und er wurde verhaftet.

Eine unschöne Sache, zweifellos. Ob aber angesichts dieser gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen Gruppen von Jugendlichen, die sich darüberhinaus gekannt haben, die Einführung eines Präventionsrates eine sinnvolle Maßnahme ist, kann bezweifelt werden. Dazu ist der Fall zu untypisch. Auch der Vorschlag der Hausbesuche bei den verursachenden Jugendlichen geht ins Leere - die haben ihren Wohnsitz nicht einmal in Harheim.

Was übrig bleibt, ist die Erkenntnis, dass genausowenig wie ein Sperling einen Frühling ausmacht, die Verhaftung eines Rauschgifthändlers bedeutet, dass Harheim eine Spielwiese von Kleindealern ist. Und vielleicht: ein so ernster Zwischenfall der Körperverletzung hätte durchaus eine sachliche Problembehandlung verdient.