Home Aktuelles Themen Information Kommentar

Ortsbeirat befürchtet mehr Lärm durch den Bahn-Ausbau bei Berkersheim

Deutlich mehr Lärm als bisher und vor allem nachts - das befürchtet der Ortsbeirat wenn die geänderten Pläne der Deutschen Bahn mit dem Bau von zwei zusätzlichen Gleisen entlang der S6-Strecke bis zum Jahr 2015 realisiert wird.

Prognosen über die Lärmemissionen liegen zwar vor, aber ob sich der Lärm wirklich an die Prognosen hält (H. Seuffert), das ist fraglich. Auch die CDU-Fraktion im Ortsbeirat stellte fest, dass auch jetzt schon bei entsprechenden Windverhältnissen die nächtlichen Güterzüge störend laut sind. So beauftragten die Ortsbeiräte einstimmig den Magistrat, Widerspruch gegen die Pläne der Bahn AG einzulegen und ein Lärmgutachen für Harheim erstellen zu lassen, ausserdem sollen die Auswirkungen auf Niddatal und Grüngürtel durch den Bau einer bis zu 6 Meter hohen Lärmschutzwand geprüft werden, zudem muss geklärt werden, ob sich der Herbizid-Eintrag auf die neuen Gleise nicht das Wasserschutzgebiet bzw. das Grundwasser auswirkt.

 

Schluss mit der Ruhe! Zwei neue Gleise bringen mehr Güterzüge ins Niddatal.

Erneut liegen die Pläne für das dritte und vierte Gleis der sogenannten Main-Weser-Bahn im technischen Rathaus aus. Glaubt man der Deutschen Bahn AG, so soll die S6-Strecke zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Bad Vilbel auf vier Gleise ausgebaut werden, um die Verspätungen der S6 einzudämmen und weitere Entwicklungen für den öffentlichen Personennahverkehr zu bieten. 

Kritiker sehen das allerdings anders. Die Daten und Prognosen der Bahn AG zeigen, dass nicht der S-Bahn-Verkehr, sondern der Güterverkehr deutlich zunimmt, und das vor allem nachts. Also geht es nicht um die S-Bahn-Beschleunigung, sondern um den Gütertransport. Warum der aber unbedingt durch dicht besiedeltes Gebiet gehen muss - das weiß niemand. Nebenbei ist bei dem Umbau von ca. 50.000 m² Fläche der Grüngürtel Frankfurts betroffen: Teilweise wird eine bis zu sechs Meter hohe Schallschutzwand dieses Landschaftsschutzgebiet zerschneiden.

Und das alles - der enorme Eingriff in den Grüngürtel und in Landschaftsschutzgebiet - nur, um auf eine Länge von 13 Kilometer Wartezeiten zu reduzieren?

Schon beginnen etliche betroffene Bürger abzuwägen. Ist es das Wert, dafür grosse Teile des Niddatals unwiderruflich zu opfern?

Noch liegen die Pläne aus und bis Ende Oktober kann dagegen noch Einspruch erhoben werden.

 

Kommt S-Bahn Ausbau mit 3. und 4. Gleis
oder nicht?

Seit Jahren im Gespräch und doch immer wieder verschoben: Der Ausbau der Eisenbahnlinie S6 bis Bad Vilbel mit einem dritten und vierten Gleis. Das Eisenbahn-Bundesamt ist noch immer zuversichtlich, dass der Baubeginn Anfang 2005 sein könnte. 

Anders sehen dies allerdings Anwohner in Berkersheim, die gegen das 178 Millionen Euro teuere Projekt gerichtlich vorgehen wollen. Sie führen an, dass der Planfeststellungsbeschluss gegen Lärmschutzrichtlinien und gegen naturschutzrechtliche Vorschriften verstosse. Ausserdem sei nach der Umplanung für die Unterführung an der Berkersheimer Bahnstation die Planung nicht nochmals öffentlich ausgelegt worden.

Gegenüber den S-Bahn-Nutzern stellte die Deutsche Bahn immer wieder dar, dass die Erweiterung für einen regelmässigeren und besseren Takt der S6 sorgen würde. Gegner des Ausbaus sehen dies anders: spätestens bei Bad Vilbel würde wieder auf 2 Spuren verengt, die S6 fahre aber bis Friedberg, daher würde die Erweiterung kaum Vorteile für den Personenverkehr bringen. Ihrer Ansicht nach soll die Erweiterung hauptsächlich eine Entlastung für den Gütertransport bringen. Dieser gehöre natürlich schon auf die Schiene, jedoch nicht durch dicht bewohntes Stadtgebiet..

 

S-Bahn Ausbau mit 3. und 4. Gleis:
Mehr Lärm auch für Harheim

In der Ortsbeiratssitzung am 4. März berichtete Uwe Schmidt von der DB Netz AG über den geplanten Ausbau der Linie Frankfurt-Bad Vilbel mit zwei weiteren Gleisen. Im Rahmen des aktiven Lärmschutzes wird auf Berkersheimer Seite eine 3,50m hohe Lärmschutzwand vom Bahnhof Berkersheim bis zur Reithalle errichtet werden. Zudem soll zwischen den Gleisen eine weitere 2,00m hohe Lärmschutzwand aufgebaut werden. Passive Lärmschutzmaßnahmen (Einbau von Lärmschutzfenster) werden in Harheim nur in einem Haus überhaupt erforderlich sein, da die Lärmbelastung von 49dB (nachts) nur dort um 0,1 dB überschritten werde. Die Frage von OBR-Mitglied Stefan Quirin, in welchem Ausmaß der Lärm in Harheim denn allgemein zunehme, konnte von Schmidt nicht beantwortet werden.

Derzeit befinden sich die Planungsänderungen in Planoffenlage im Technischen Rathaus. Einwendungen gegen die Planung können dort schriftlich oder zur Niederschrift bis einschließlich 28. März 2002 erhoben werden.

(hs 06.03.2003)