Ganz Frankfurt hat die Telefonvorwahl 069 ! Wirklich ganz Frankfurt......??????
Aber nein, Harheim und Nieder-Erlenbach haben 06101
(gehören also telekomatisch zu Bad Vilbel), dann gibt es noch für Bergen-Enkheim 06109.
Und diese Teilnehmer hören häufig erstaunte Rückfragen am Telefon: "Was? Sie haben nicht 069...?" In den problematischeren Fällen, wird dem einen oder der anderen TeilnehmerIn schon mal mitgeteilt, daß man versucht habe, seine Telefonnummer über die Auskunft zu ermitteln, aber in Frankfurt gäbe es leider keinen X.
So wollten nun einige Teilnehmer der betroffenen Ortsteile die Initiative ergreifen, und das ändern, was vor vielen vielen hundert Jahren, als die Deutsche Bundespost noch ein unbewegliches Monopol war, so gewachsen war.
Die erste Antwort der Telekom war vernichtend: Kostet zuviel Geld, bezahlt uns keiner. Immerhin liess diese Antwort hoffen, da ja Anzeichen marktwirtschaftlichen Denkens deutlich vorhanden waren. So erfanden die betroffenen Telekomkunden einen noch viel besseren Vorschlag: die Neu -Anmelder in den genannten Ortsteilen sollten eine Wahlmöglichkeit erhalten zwischen der bisherigen Vorwahl oder eben auch wunschweise der Frankfurter Vorwahl. Kunden, die die bisherige Vorwahl wechseln wollten, müssten sich natürlich damit von ihrer alten Nummer und von ein paar Mark trennen. So gut und einfach auch dieser Vorschlag war, er findet einfach nicht Gefallen vor der Telekom AG.
Erstens müsste auch den gleichlautenden Bitten anderer Kommunen entsprochen werden, wenn man der Bitte des Frankfurter Ortsteils entsprechen würde. Das ist natürlich ein beeindruckendes Argument.
Die Telekom übergeht elegant die Tatsache, daß offenbar ein grosser Bedarf für eine neue, kundenfreundliche Regelung bei Kommunen in ähnlicher Situation besteht. Während andere Telekommunikationsanbieter nichts unversucht lassen, den Kunden die Wünsche förmlich aus dem Handy abzulesen, geht die Telekom AG offenbar noch immer davon aus, daß Kundenservice ein verzichtbares Luxusgut ist.
Zweitens spricht die Telekom von eindeutigen Zuordnungen von
geographischen und nicht kommunalpolitischen Bereichen zu Ortsnetzsbereichen – die aber gerade nicht existiert (da hätte ja auch ein Blick auf die Landkarte genügt) und erst von den
Antragsstellern beantragt wird. Das einzige Prädikat, das der Zuordnung von Vorwahlen gerecht würde ist: zufällig.Was ist denn eindeutig an einer 069, die sowohl eine Frankfurter als auch
eine Offenbacher Nummer sein könnte. Was ist eindeutig an einer 06101, die die Vorwahl zu sowohl Bad Vilbel als auch zum viel näheren Frankfurt ist?
Drittens, so gibt die Telekom zu bedenken, - und geht auf die Problematik der Mobilfunkteilnehmer ein, die eine Vorwahl zu einem günstigeren Tarif abrechnen können, -können die Teilnehmer des D1-Netzes ja in den Tarifen Telly Local und Local plus ein zweites Ortsnetz auswählen, in das sie günstiger telefonieren können. Nun ja, das ist schon sehr wahr. Wahrscheinlich hat die Telekom den D1-Telly Local-Tarif extra für die Harheimer und Bergen-Enkheimer geschaffen. Selber schuld, wer eben nicht D1 hat.
Wer jedoch kann den Telekom Kunden denn für die Zukunft versichern, daß der City-Tarifbereich auch zukünftig sowohl Orts- als auch Nahzone umfasst. Denken nicht diverse (private) Telekommunikationsanbieter über preisgünstige Ortsgespräche nach? Und werden die dann auch die Nahzone umfassen?
Nun, wie auch immer, die Harheimer, Bergen-Enkheimer und Nieder
-Erlenbacher werden sich mit etlichen anderen Ortsteilen in Deutschland mit der Antwort "haben wir noch nie anders gemacht, und wo kämen wir denn da überhaupt hin" begnügen müssen. Einstweilen.
Wahrscheinlich bis zu dem Tag, an dem die Vorwahlen so oder so überflüssig sein werden. Telefonkunden wird es dann immer noch geben. Ob es allerdings die Telekom dann noch gibt, ist fraglich....
